€790 pro Jahr für einen Herold-Eintrag mit Website-Paket. Oder Festpreis für eine professionelle Website, die dir gehört. Allein diese Zahl sollte reichen, um weiterzulesen.
"Ich bin eh bei Herold." Der häufigste Satz, wenn man einen kleinen Betrieb in Österreich fragt, ob er online sichtbar ist. Für viele Unternehmer ist der Herold-Eintrag gleichbedeutend mit einer Online-Präsenz. Das war 2010 vielleicht ausreichend. 2026 ist es das nicht mehr. Laut WKO Online-Marketing-Leitfaden brauchen Betriebe heute eine Multi-Channel-Strategie.
Dieser Artikel vergleicht Herold und eine eigene Website ehrlich miteinander. Keine Schwarzmalerei gegen Herold, kein Verkaufs-Pitch für Websites. Stattdessen: Was kann Herold, was kann es nicht, und was braucht ein österreichischer Betrieb tatsächlich, um online Kunden zu gewinnen?
Herold vs. eigene Website: Der direkte Vergleich
Was Herold gut kann
Herold hat seine Berechtigung, und es wäre unseriös, das zu ignorieren. Hier sind die konkreten Stärken:
Reichweite im Verzeichnis. Herold.at ist das bekannteste Branchenverzeichnis Österreichs. Wer gezielt dort sucht, findet deinen Betrieb. Gerade ältere Zielgruppen nutzen Herold noch regelmäßig, online und teilweise sogar als gedrucktes Telefonbuch.
Vertrauen durch Bekanntheit. Herold ist seit Jahrzehnten eine Marke in Österreich. Ein Eintrag dort hat einen gewissen Vertrauensbonus, ähnlich wie ein Eintrag im Telefonbuch früher.
Bewertungen. Kunden können deinen Betrieb auf Herold bewerten. Positive Bewertungen dort sind ein zusätzlicher Trust-Faktor, auch wenn sie weniger Gewicht haben als Google-Bewertungen.
Kostenloser Basiseintrag. Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, Beschreibung, Fotos: all das kannst du auf herold.at gratis hinterlegen. Die Einstiegshürde ist null.
Was Herold nicht kann
Und hier wird es relevant für die Frage, ob Herold als alleinige Online-Präsenz reicht:
Keine eigene Domain. Dein Herold-Profil liegt unter herold.at/dein-betrieb, nicht unter deinbetrieb.at. Du baust Sichtbarkeit für Herold auf, nicht für dich. Wenn Herold sein Layout ändert, seine Algorithmen anpasst oder irgendwann den Service umstellt, hast du keinen Einfluss darauf.
Kein eigenes Design. Jeder Herold-Eintrag sieht gleich aus. Dein Friseursalon hat dasselbe Layout wie der Installateur drei Einträge weiter. Du kannst deine Marke, dein Farbschema, deine Atmosphäre nicht transportieren. Differenzierung ist auf Herold kaum möglich.
Kaum Einfluss auf Google-Rankings. Herold-Einträge tauchen manchmal in Google-Suchergebnissen auf. Aber dein eigenes Google-Ranking verbessern sie nicht wesentlich. Wenn jemand "Elektriker Wien 1060" googelt, entscheidet Google anhand deiner eigenen Website und deines Google Unternehmensprofils, ob du angezeigt wirst. Googles SEO-Startleitfaden bestätigt: Die eigene Domain ist der zentrale Rankingfaktor.
Keine Conversion-Optimierung. Auf deiner eigenen Website steuerst du, was Besucher als Erstes sehen, wo der Anruf-Button sitzt, wie der Weg zur Terminbuchung aussieht. Auf Herold stehen deine Kontaktdaten neben Werbeanzeigen und Konkurrenten. Der Besucher ist einen Klick davon entfernt, bei jemand anderem zu landen. Was wir bei 52 Websites in Favoriten gefunden haben, bestätigt das.
Konkurrenz direkt daneben. Das ist der größte Nachteil. Auf Herold sieht jeder Besucher neben deinem Eintrag fünf, zehn, zwanzig andere Betriebe in deiner Branche. Auf deiner eigenen Website sieht er nur dich.
Herold bietet auch Websites an - lohnt sich das?
Was viele nicht wissen: Herold ist längst mehr als ein Branchenverzeichnis. Herold bietet auch einen eigenen AI Website Builder (Baukasten zum Selbstbauen) und ein Full-Service-Paket, bei dem Herold die Website komplett erstellt. Inklusive eigener Domain und SSL-Zertifikat.
Auf den ersten Blick klingt das attraktiv: alles aus einer Hand, keine technischen Vorkenntnisse nötig. Aber es gibt entscheidende Unterschiede zu einer individuell erstellten Website:
Baukasten-Grenzen. Herolds Website Builder funktioniert wie Wix oder Jimdo: Drag-and-drop-Editor, vorgefertigte Blöcke, begrenzte Anpassungsmöglichkeiten. Für eine einfache Visitenkarten-Seite reicht das. Für eine Website, die in Google-Suchergebnissen konkurrenzfähig sein soll, fehlen die Möglichkeiten für technische SEO-Optimierung, individuelle Seitenstruktur und Performance-Tuning.
Laufende Kosten. Herold-Websites laufen über ein Abo-Modell. Solange du zahlst, existiert die Website. Kündigst du, ist sie weg. Bei einer individuell erstellten Website gehört dir der Code, die Domain und das Hosting. Du bist nicht an einen Anbieter gebunden.
Vendor Lock-in. Herold-Websites laufen auf Herolds eigenem System (heroldwebsites.at). Du kannst deine Website nicht einfach mitnehmen und woanders hosten. Das heißt: Du bist von Herold abhängig - bei Preiserhöhungen, Funktionsänderungen oder wenn du wechseln willst.
Template statt Maßanfertigung. Auch beim Full-Service-Paket arbeitet Herold mit Vorlagen. 20.000+ Websites wurden damit erstellt - das bedeutet auch: Deine Website sieht ähnlich aus wie tausende andere. Individuelles Branding, maßgeschneiderte Benutzerführung und Conversion-Optimierung sind damit kaum möglich.
Herolds Website-Angebot ist eine Option für Betriebe, die möglichst schnell irgendeine Online-Präsenz brauchen. Für Betriebe, die sich von der Konkurrenz abheben wollen, die bei Google gefunden werden müssen und die langfristig Eigentümer ihrer digitalen Präsenz sein wollen, ist eine individuell erstellte Website die bessere Investition.
- ✗ Keine eigene Domain
- ✗ Einheitslook, keine Marke
- ✗ Konkurrenz direkt daneben
- ✗ Kein Google-SEO-Vorteil
- ✗ Kein Einfluss auf Layout
- ✓ Eigene Domain (deinbetrieb.at)
- ✓ Individuelles Design + Marke
- ✓ Keine Konkurrenz auf deiner Seite
- ✓ Google-Rankings aufbauen
- ✓ Volle Kontrolle über Inhalt
Die richtige Antwort: beides
Die Frage "Herold oder eigene Website" ist falsch gestellt. Es geht nicht um entweder-oder. Herold ist ein Verzeichnis. Eine Website ist deine digitale Zentrale. Das eine ersetzt das andere nicht.
Stell dir vor, du hast ein Geschäft in einer Einkaufsstraße. Herold ist wie ein Eintrag im Branchenbuch, das in der Auslage des Nahversorgers liegt. Leute können dich dort finden. Aber dein Geschäft selbst, mit Schaufenster, Einrichtung, Personal, ist deine Website. Ohne das Geschäft gibt es nichts zu besuchen, egal wie gut der Branchenbucheintrag ist.
Die Kombination sieht in der Praxis so aus:
- Herold-Eintrag mit vollständigen Daten, Fotos und Link zu deiner Website. Kostet nichts, bringt einen zusätzlichen Kanal. Tipps zur Optimierung im Herold-Guide.
- Google Unternehmensprofil für die lokale Google-Suche. Ebenfalls kostenlos und der wichtigste einzelne Kanal für lokale Betriebe. Hier ist die Anleitung.
- Eigene Website als Zentrale, auf die Herold und Google verlinken. Dort zeigst du dein Business so, wie du es zeigen willst, und führst Besucher zum nächsten Schritt (Anruf, Termin, Anfrage).
Was das Ganze kostet
Weniger als die meisten denken. Herold-Basiseintrag: kostenlos. Google Unternehmensprofil: kostenlos. Bleibt die Website.
Eine professionelle Business-Website kostet bei PIKSEL ab €799. Kein Template, individuelles Design, SEO-Grundoptimierung und Mobile-Optimierung inklusive. Lieferzeit: 1-2 Wochen. Details zu den genauen Kosten und was im Preis enthalten ist, findest du im Artikel Was kostet eine professionelle Website.
Zusammengerechnet: Unter 400 Euro für eine komplette Online-Präsenz mit drei Kanälen. Herold bringt den Verzeichnis-Traffic, Google bringt die lokalen Suchen, die Website macht aus Besuchern Kunden.
Wer sich unsicher ist, ob eine eigene Website den Aufwand wert ist, findet im Artikel Website selber machen oder machen lassen eine ehrliche Gegenüberstellung der Optionen.
Drei Kanäle, die sich gegenseitig verstärken.
Gibt es Fälle, in denen Herold allein reicht?
Theoretisch: Wenn dein Betrieb ausschließlich von Stammkunden lebt und du keine Neukunden brauchst, ist ein Herold-Eintrag als Kontaktverzeichnis ausreichend. In der Praxis trifft das auf sehr wenige Betriebe zu. Laut Statistik Austria haben immer mehr österreichische Unternehmen eine eigene Website. Selbst langjährige Stammkunden googeln gelegentlich nach deinen Öffnungszeiten oder deiner Adresse. Was sie dort finden, prägt ihren Eindruck.
Für jeden Betrieb, der Neukunden gewinnen will, der bei Google gefunden werden möchte oder der professionell auftreten soll, reicht Herold als einziger Kanal nicht aus. Das gilt besonders für Branchen mit hoher lokaler Konkurrenz: Friseursalons, Restaurants, Handwerker, Kosmetikstudios.
Wo steht dein Online-Auftritt gerade?
Quick-Check in 60 Sekunden. Herold, Google, Website: was fehlt, was funktioniert.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine Website, wenn ich schon bei Herold bin?
Ja. Herold ist ein Verzeichnis, die Website ist deine Zentrale. Auf Herold kontrollierst du weder Design noch Platzierung. Auf deiner Website entscheidest du, was Besucher sehen und wie sie dich kontaktieren.
Herold PLUS oder lieber in eine Website investieren?
Herold PLUS (50-150 Euro/Monat) verbessert deine Platzierung innerhalb von herold.at. Eine eigene Website (einmalig ab €799) verbessert dein Google-Ranking und gehört dir dauerhaft. Nach einem Jahr hat die Website weniger gekostet als Herold PLUS. Den kostenlosen Basiseintrag solltest du trotzdem optimieren - beides zusammen ist die stärkste Kombination.
Wie wichtig ist Herold 2026 noch?
Herold hat weiterhin Relevanz als Branchenverzeichnis, besonders bei älteren Zielgruppen und als zusätzlicher Touchpoint. Aber die Bedeutung als primärer Kanal für Neukunden hat stark abgenommen. Google ist der Kanal, über den die meisten lokalen Suchen laufen. Herold ist eine Ergänzung, kein Ersatz.
Kann ich meine Herold-Bewertungen auf meiner Website zeigen?
Herold bietet keine offizielle Einbindung von Bewertungen auf externen Websites. Du kannst Google-Bewertungen auf deiner Website einbinden, was in der Praxis auch wirkungsvoller ist, weil Google-Bewertungen für die meisten Kunden vertrauter sind.
Herold allein reicht nicht. Was als Nächstes sinnvoll wäre?
Wir schauen uns deinen aktuellen Online-Auftritt an und sagen dir ehrlich, wo du stehst. Kein Verkaufsgespräch.
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