Webdesign
8 Min.

Website-Texte schreiben: Die 5-Block-Formel

80% der Website-Projekte verzögern sich wegen Texten. Die 5-Block-Formel für deine Startseite - mit guten und schlechten Beispielen.

Du hast gerade eine Website bestellt. Der Webdesigner schreibt: „Schick mir deine Texte.“ Und du sitzt vor einem leeren Dokument. Was soll draufstehen? „Willkommen auf unserer Website“? (Bitte nicht.) „Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen mit 20 Jahren Erfahrung“? (Interessiert niemanden.) „Qualität, Kompetenz, Kundennähe“? (Steht auf jeder zweiten Website in Österreich.) Die Textblockade ist der #1 Grund, warum Website-Projekte sich verzögern. Nicht das Design, nicht die Technik - die Texte.

80%der Website-Projekte verzögern sich wegen fehlender Texte
5 Sek.entscheidet ein Besucher, ob er bleibt oder geht
3 Sek.bis die Headline gelesen ist - oder eben nicht

Die Zahlen zeigen: Deine Website hat wenige Sekunden, um zu überzeugen. Kein Besucher liest sich durch drei Absätze Fließtext, um herauszufinden, was du anbietest. Die Information muss sofort da sein - in der Headline, im ersten Absatz, im Layout. Alles andere ist Bonus.

Die Startseiten-Formel: 5 Blöcke, mehr brauchst du nicht

Die meisten Startseiten scheitern nicht an zu wenig Text, sondern an fehlendem Aufbau. Es gibt keine magische Wortanzahl und keinen geheimen Trick. Es gibt eine Struktur, die funktioniert. Die folgenden fünf Blöcke passen für jede Branche - vom Friseursalon über die Arztpraxis bis zum Installateur. In dieser Reihenfolge.

Block 1: Headline - Was du machst, für wen, wo

Die Headline ist der wichtigste Satz auf deiner gesamten Website. In 3 Sekunden muss klar sein: Bin ich hier richtig? Kein „Willkommen“, kein „Herzlich willkommen auf unserer Webpräsenz“. Sondern: Was du machst + für wen + wo.

So funktioniert es
  • „Dein Friseur in Wien-Neubau“
  • „Installateur für den 10. Bezirk - 24h Notdienst“
  • „Zahnarzt in Graz - Termine am selben Tag“
Bitte nicht
  • „Willkommen auf unserer Website“
  • „Herzlich willkommen bei Firma XY“
  • „Ihr Partner für alle Fälle“

Die Headline muss nicht poetisch sein. Sie muss klar sein. Ein Friseursalon in Favoriten schreibt: „Dein Friseur in Wien-Favoriten.“ Fertig. Jeder versteht sofort, was die Seite bietet.

Block 2: Problem/Nutzen - Was hat der Besucher davon?

Die meisten Websites machen hier den gleichen Fehler: Sie reden über sich selbst. „Wir bieten flexible Terminvereinbarung.“ Das ist kein Nutzen, das ist eine Selbstbeschreibung. Der Besucher fragt sich: Was habe ICH davon? Dreh den Satz um.

Nutzen für den Besucher
  • „Termin in 60 Sekunden buchen“
  • „Kostenvoranschlag innerhalb von 24 Stunden“
  • „Dein neues Bad - in 5 Tagen fertig“
Selbstbeschreibung statt Nutzen
  • „Wir bieten flexible Terminvereinbarung“
  • „Unser Team hat langjährige Erfahrung“
  • „Wir garantieren höchste Qualität“

Die Faustregel: Wenn der Satz mit „Wir“ beginnt, ist er wahrscheinlich falsch. Dreh ihn so um, dass er mit „Du“ oder „Dein“ beginnen könnte. Das gilt für die ganze Website, nicht nur für die Startseite.

Block 3: Vertrauen - Warum soll man dir glauben?

Jeder kann schreiben, dass er gut ist. Vertrauen entsteht durch Beweise. Google-Bewertungen sind der einfachste und stärkste Beweis. „4,9 Sterne bei 120 Bewertungen“ direkt auf der Startseite sagt mehr als jeder Werbeslogan.

Weitere Vertrauenssignale:

  • „Seit 15 Jahren in Favoriten“ - Ortsverbundenheit
  • Echte Fotos - vom Team, vom Geschäft, von Projekten (Smartphone reicht)
  • Referenzen - Kundenzitate mit Vornamen
  • Auszeichnungen oder Zertifikate - wenn vorhanden

Was NICHT funktioniert: Stockfotos. Ein Besucher erkennt sofort, ob das echte Mitarbeiter sind oder ein eingekauftes Lächeln. Lieber ein leicht unscharfes Smartphone-Foto vom echten Team als ein perfektes Bild von fremden Menschen. Mehr dazu, wie du Google-Bewertungen systematisch aufbaust.

Block 4: Angebot - Was bietest du an?

Klingt offensichtlich, wird aber ständig vergessen. Viele Websites haben eine schöne Startseite mit Fotos und Slogans - aber nirgends steht konkret, was der Betrieb anbietet. Der Besucher will wissen: Was genau bietest du an? Was kostet es (wenn möglich)? Wie läuft es ab?

Klares Angebot
  • Leistungen als übersichtliche Liste
  • Preise oder Preisrahmen (wenn möglich)
  • Ablauf in 3 Schritten erklärt
Verwirrend statt klar
  • „Schauen Sie sich um“ ohne Richtung
  • „Preis auf Anfrage“ (wenn es nicht sein muss)
  • PDF-Download statt direkt sichtbarer Info

Bei einem Handwerksbetrieb könnte das eine Liste konkreter Leistungen sein: Heizungsinstallation, Rohrbruch-Reparatur, Badumbau. Bei einem Restaurant die Speisekarte direkt auf der Seite, nicht als PDF-Download. Bei einem Arzt die Kassenleistungen und Privatleistungen getrennt aufgelistet.

Block 5: CTA - Eine einzige klare Handlung

CTA steht für Call-to-Action - die Handlungsaufforderung. Der Besucher hat gelesen, was du machst, was er davon hat, warum er dir vertrauen kann, und was du anbietest. Jetzt muss er genau eine Sache tun können. Nicht zwei, nicht drei. Eine.

Ein klarer CTA
  • „Jetzt anrufen“
  • „Termin buchen“
  • „Anfrage schicken“
Entscheidungsüberflutung
  • Drei verschiedene Buttons nebeneinander
  • „Kontaktieren Sie uns über eines unserer Kanäle“
  • Kein Button, nur eine E-Mail-Adresse im Fließtext

Einer. Nicht drei. Wenn du einen Friseursalon hast, ist der CTA „Termin buchen.“ Wenn du Installateur bist, ist es „Jetzt anrufen.“ Wenn du ein Fitnessstudio betreibst: „Probetraining buchen.“ Die ganze Seite arbeitet auf diesen einen Klick hin.

5 Sätze, die auf keiner Website stehen sollten

Diese Sätze stehen auf tausenden österreichischen Websites. Keiner davon hilft dem Besucher. Keiner davon hilft Google. Alle sind austauschbar. Und das Schlimmste: Sie nehmen Platz weg, auf dem etwas Sinnvolles stehen könnte.

1. „Willkommen auf unserer Website“

Niemand muss auf einer Website willkommen geheißen werden. Der Besucher weiß, dass er auf einer Website ist. Dieser Satz verschwendet den wertvollsten Platz der ganzen Seite - die Headline - mit einer Information, die null Wert hat.

Stattdessen: „Dein Friseur in Wien-Neubau“ oder „Installateur für den 10. Bezirk.“ In einer Zeile wissen Besucher UND Google, worum es geht.

2. „Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen“

Das sagt jeder. Es klingt, als hätte jemand eine Vorlage aus dem Internet kopiert. Das Problem ist nicht der Familienbetrieb - das kann ein echtes Vertrauenssignal sein. Das Problem ist die Formulierung: generisch, austauschbar, nichtssagend.

Stattdessen: „Vater und Sohn, seit 1998 im 15. Bezirk.“ Konkret, mit Ort und Zeitraum. Dann wird aus einer Floskel eine Geschichte.

3. „Qualität, Kompetenz, Kundennähe“

Drei Wörter, null Inhalt. Welche Qualität? Welche Kompetenz? Wie äußert sich die Kundennähe? Kein Kunde hat jemals eine Kaufentscheidung getroffen, weil „Kompetenz“ auf einer Website stand.

Stattdessen: „120 Google-Bewertungen, Durchschnitt 4,9.“ Das IST Qualität - messbar und nachprüfbar. Oder: „Termin innerhalb von 48 Stunden.“ Das IST Kundennähe.

4. „Wir freuen uns auf Sie“

Nett, aber nutzlos. Dieser Satz steht meist am Ende der Seite, wo eigentlich der CTA stehen sollte. Statt einer freundlichen Floskel: eine konkrete Handlungsaufforderung.

Stattdessen: „Jetzt Termin buchen - nächster freier Slot morgen um 10:00.“ Das gibt dem Besucher einen Grund zu klicken.

5. „Schauen Sie sich um“

Kein Besucher „schaut sich um.“ Besucher scannen eine Seite in Sekunden und entscheiden, ob sie bleiben. Laut web.dev steigt die Absprungrate dramatisch, wenn eine Seite nicht sofort liefert, was der Besucher sucht. „Schauen Sie sich um“ ist das Gegenteil einer klaren Führung.

Stattdessen: Führe den Besucher. „Unsere Leistungen im Überblick“ mit einem Link zur Leistungsseite. Oder direkt der CTA: „Anfrage in 30 Sekunden.“

Texte für Unterseiten: Kurz und gut

Die Startseite ist der wichtigste Text. Wenn sie steht, ist das Schwierigste geschafft. Aber drei Unterseiten brauchen ebenfalls Aufmerksamkeit - mit deutlich weniger Aufwand.

Über-uns-Seite

Kein Lebenslauf. Kein Firmengeschichte-Aufsatz. Drei Sätze, die zeigen, wer hinter dem Betrieb steht. Ein echtes Foto. Fertig. Die Über-uns-Seite ist die zweithäufigst besuchte Seite auf KMU-Websites - aber nicht wegen der Gründungsgeschichte, sondern weil Kunden wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben.

Was funktioniert: „Ich bin Thomas, Elektrikermeister seit 2008. Mein Betrieb ist in Meidling, mein Einzugsgebiet Wien und südliches Niederösterreich.“ Was nicht funktioniert: Ein Absatz über Firmenwerte, der auf jede Branche passen würde.

Leistungen-Seite

Jede Leistung als eigener Abschnitt. Konkret formuliert, nicht „umfassende Dienstleistungen.“ Google matcht konkrete Begriffe mit konkreten Suchanfragen. Wer „Gastherme Wartung Wien“ sucht, findet nur Websites, auf denen diese Wörter auch stehen.

Pro Leistung reichen 2 bis 3 Sätze: Was ist es, für wen ist es, wie läuft es ab. Ein Restaurant listet nicht „Gastronomie“, sondern „Mittagsmenü, Catering, Firmenevents.“

Kontakt-Seite

Telefon, E-Mail, Adresse, Öffnungszeiten. Optional ein Kontaktformular mit maximal 3 Feldern: Name, Anliegen, Kontakt. Kein Captcha-Rätsel, kein Dropdown mit 15 Optionen. Je einfacher, desto mehr Anfragen.

Ein häufiger Fehler: Die Kontakt-Seite enthält nur ein Formular, aber keine Telefonnummer. Viele Kunden - besonders in der Generation 45+ - wollen anrufen, nicht tippen. Beides anbieten.

Für alle Unterseiten gilt: Lieber drei gute Sätze als ein langer Absatz, den niemand liest. Die Details kannst du später ergänzen. Zuerst muss die Grundstruktur stehen.

Was, wenn ich keine Texte habe?

Das ist die häufigste Angst bei KMU-Inhabern. Und die ehrliche Antwort: Du musst kein Texter sein. Du musst kein einziges Wort selbst schreiben. Was du brauchst, ist jemand, der dir die richtigen Fragen stellt.

Bei PIKSEL bekommst du ein Briefing-Gespräch. 15 bis 20 Minuten, in denen du erzählst: Was machst du? Wer sind deine Kunden? Was unterscheidet dich? Daraus entstehen die Texte. Du lieferst die Substanz, das Studio formt sie in Website-Texte. Kein leeres Dokument, kein „Schick mir deine Texte.“

Der Unterschied zwischen einer Website, die Monate dauert, und einer, die in zwei Wochen steht, ist meistens genau dieser Schritt: Ein strukturiertes Gespräch statt einer offenen Texthausaufgabe.

Checkliste: Startseiten-Text in 15 Minuten

Bevor du anfängst zu schreiben, beantworte diese fünf Fragen. Daraus ergibt sich dein Startseiten-Text fast von selbst.

  1. Was machst du? - In einem Satz, ohne Fachbegriffe. „Ich repariere Wasserschäden und installiere Bäder.“
  2. Wo? - Stadt, Bezirk, Region. „Wien, 10. bis 15. Bezirk.“
  3. Was hat der Kunde davon? - Nicht was du kannst, sondern was er bekommt. „Kostenvoranschlag am selben Tag.“
  4. Warum du und nicht die Konkurrenz? - Bewertungen, Jahre, Spezialisierung. „87 Google-Bewertungen, Durchschnitt 4,8.“
  5. Was soll der Besucher tun? - Anrufen, Formular ausfüllen, Termin buchen? Genau eines davon.

Die Antworten auf diese fünf Fragen entsprechen genau den fünf Blöcken von oben. Headline, Nutzen, Vertrauen, Angebot, CTA. Kein leeres Dokument mehr. Schreib die Antworten in Stichpunkten auf - daraus macht jeder gute Webdesigner fertige Texte.

3 Fragen, mehr braucht deine Website nicht Deine Website braucht keine Literatur. Sie braucht klare Antworten auf 3 Fragen: Was bietest du an? Für wen? Und wie erreicht man dich?

Zusammenfassung: Die 5-Block-Formel

  1. Headline: Was + Für wen + Wo
  2. Nutzen: Was hat der Besucher davon?
  3. Vertrauen: Bewertungen, Fotos, Referenzen
  4. Angebot: Leistungen, Preise, Ablauf
  5. CTA: Eine einzige klare Handlung

Diese fünf Blöcke decken 90% dessen ab, was eine gute Startseite braucht. Der Rest ist Design - und darum kümmert sich jemand anderes.

Weiterführende Artikel

Häufige Fragen

Wie lang sollten Website-Texte sein?

Für die Startseite: 300 bis 500 Wörter reichen. Nicht die Textmenge entscheidet, sondern ob die 5 Blöcke abgedeckt sind. Ein Friseur braucht weniger Text als ein IT-Dienstleister. Aber die Struktur bleibt gleich.

Soll ich „Du“ oder „Sie“ verwenden?

Das hängt von deiner Zielgruppe ab. Ein Fitnessstudio duzt. Ein Arzt siezt. Ein Handwerker kann beides - im Zweifelsfall lieber duzen, weil es nahbarer wirkt. Wichtig ist Konsistenz: nicht auf einer Seite duzen und auf der nächsten siezen.

Kann PIKSEL auch die Texte schreiben?

Ja. Im Briefing-Gespräch erzählst du, was du machst und für wen. Daraus entstehen die Website-Texte. Du musst kein leeres Dokument befüllen. Das ist ab €799 inklusive.

Wie wichtig ist die Headline für Google?

Sehr wichtig. Die Headline ist meistens das H1-Tag der Seite, und Google gewichtet das H1 stark. Eine Headline wie „Installateur Wien - 24h Notdienst“ enthält genau die Keywords, nach denen potenzielle Kunden suchen. „Willkommen“ enthält kein einziges relevantes Keyword.

Brauche ich einen Blog auf meiner Website?

Für den Anfang nicht. Die Startseite, Leistungen, Über uns und Kontakt reichen. Ein Blog kann später kommen, wenn du für bestimmte Suchbegriffe besser ranken willst. Aber zuerst müssen die Basistexte stehen. Mehr zu den Grundlagen einer professionellen Website.

Muss ich für jede Seite eigene Texte schreiben?

Ja. Google erkennt duplizierten Content und bewertet ihn negativ. Jede Seite braucht einen eigenen Fokus: Die Startseite gibt den Überblick, die Leistungen-Seite geht ins Detail, die Kontakt-Seite macht den Abschluss einfach. Kopieren zwischen Seiten schadet dem Ranking.

Texte, die Kunden überzeugen. Im Preis inklusive.

Bei PIKSEL schreibst du keine Texte selbst. Du erzählst uns, was du machst. Wir machen daraus Website-Texte, die bei Google ranken und Kunden überzeugen. Ab €799, Texte inklusive.

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