Ja, du hast eine Website. Die Frage ist: Bringt sie dir Kunden oder kostet sie dich welche?
Irgendwann zwischen 2018 und 2022 hat dir jemand eine Website gebaut. Vielleicht ein Bekannter, vielleicht eine Agentur, vielleicht du selbst mit Wix oder WordPress. Sie ist online. Sie existiert. Wenn man die URL eintippt, erscheint etwas. Haken dran, oder?
Nicht ganz. Denn „online sein“ und „Kunden bringen“ sind zwei komplett verschiedene Dinge. Und der Unterschied kostet dich jeden Monat Geld, das du nie siehst, weil du nicht weißt, dass du es verlierst.
Wann deine bestehende Website tatsächlich reicht
Bevor wir in die Problemliste einsteigen: Manchmal reicht die Website, die du hast. Ehrlich. Nicht jeder braucht einen Relaunch.
Deine Website reicht, wenn:
- Du bekommst regelmäßig Anfragen darüber. Nicht über Instagram, nicht über Empfehlung, sondern tatsächlich über das Kontaktformular oder die Telefonnummer auf deiner Website.
- Sie lädt schnell am Handy. Unter 3 Sekunden. Nicht gefühlt schnell, sondern gemessen schnell. Dazu gleich mehr.
- Du findest dich auf Google. Tipp deinen Firmennamen plus deine Stadt ein. Bist du auf Seite 1? Wenn ja, gut. Wenn nein, Problem.
- Sie sieht auf dem Smartphone gut aus. Nicht „irgendwie lesbar“, sondern wirklich gut. Große Buttons, lesbare Schrift, kein horizontales Scrollen.
- Kunden sagen dir, dass sie dich online gefunden haben. Der ultimative Test. Wenn das passiert, läuft etwas richtig.
Wenn all das zutrifft: Gratulation. Bitte lass deine Website in Ruhe. Investier die Zeit lieber in dein Geschäft. Aber wenn du bei einem oder mehreren Punkten zögerst, lies weiter.
5 Anzeichen, dass deine Website dir schadet statt hilft
1. Deine Website ist langsamer als deine Konkurrenz
Ein potenzieller Kunde sucht „Zahnarzt Wien“ oder „Friseur 1060“. Google zeigt sechs Ergebnisse. Der Kunde tippt auf dein Ergebnis. Deine Seite lädt. Und lädt. Und lädt. Nach 4 Sekunden tippt er zurück und nimmt den Nächsten. Du hast diesen Kunden nie gesehen, nie gesprochen, nie verloren - er war einfach nie da.
Laut einer Google-Studie steigt die Absprungwahrscheinlichkeit um 32%, wenn eine Seite 3 statt 1 Sekunde braucht. Bei 5 Sekunden verdoppelt sie sich. Das ist nicht Statistik. Das ist dein verlorener Umsatz.
2. Sie sieht auf dem Handy aus wie 2016
Über 70 % aller lokalen Suchanfragen passieren am Smartphone. Wenn deine Website am Handy winzige Schrift zeigt, Buttons die man nicht treffen kann, oder ein Menü das nicht aufgeht, verlierst du die Mehrheit deiner potenziellen Kunden. Nicht weil dein Angebot schlecht ist, sondern weil sie es nie sehen.
Google indexiert seit 2021 ausschließlich die mobile Version deiner Website. Das heißt: Wenn die mobile Version schlecht ist, ist deine ganze Website schlecht - in Googles Augen.
3. Du bist auf Google unsichtbar
Teste es jetzt: Öffne ein Inkognito-Fenster. Suche nach dem, was deine Kunden suchen würden. „Tischler Wien“, „Kosmetikstudio 1030“, „Zahnarzt Favoriten“. Bist du auf Seite 1? Wenn nicht, existierst du für Google-Nutzer nicht.
Die häufigste Ursache: Die Website hat keine lokale SEO-Optimierung. Kein Meta-Title mit Stadtteil und Branche. Keine strukturierten Daten. Kein verknüpfter Google Business Eintrag. Die Website existiert, aber Google weiß nicht, was sie ist und für wen sie relevant ist.
4. Kein einziger Neukunde kommt über die Website
Frag dich ehrlich: Wann hat zuletzt jemand gesagt „Ich hab Sie im Internet gefunden“? Wenn du das nicht beantworten kannst, arbeitet deine Website nicht für dich. Sie steht einfach nur da. Wie ein Schaufenster mit heruntergelassener Jalousie.
Eine Website, die keine Anfragen bringt, ist keine Website. Es ist eine Visitenkarte, die niemand liest. Und die dich trotzdem Hosting-Gebühren kostet.
5. Du schämst dich, die URL rauszugeben
Der ehrlichste Test von allen. Wenn ein potenzieller Kunde fragt „Haben Sie eine Website?“ und du zögerst bevor du antwortest - dann weißt du es bereits. Wenn du lieber auf dein Instagram verweist statt auf deine Website, ist die Website ein Problem, nicht eine Lösung.
Der PageSpeed-Test: So checkst du es in 10 Sekunden selbst
Du brauchst kein teures Tool und keinen IT-Menschen. Google stellt das Tool, mit dem es selbst Websites bewertet, kostenlos zur Verfügung.
So geht es:
- Öffne pagespeed.web.dev
- Gib deine Website-URL ein
- Klick auf „Analysieren“
- Warte 10-15 Sekunden
- Schau auf den Performance-Score unter „Mobil“
Zur Einordnung: Wir haben kürzlich 52 Websites in Wien-Favoriten getestet. Der Durchschnitt lag bei 66 von 100. Fast die Hälfte unter 60. Das heißt: Wenn du über 80 kommst, bist du automatisch besser als die meisten deiner Konkurrenten. Die Latte liegt erschreckend tief.
„Aber ich hab erst letztes Jahr eine neue machen lassen“
Das hören wir oft. Und es bedeutet leider gar nichts.
Warum? Weil „neu“ nicht automatisch „gut“ heißt. Eine Website die 2025 gebaut wurde, kann trotzdem einen PageSpeed von 35 haben. Denn das hängt nicht vom Alter ab, sondern von der Technik dahinter.
Die häufigsten Gründe, warum auch neue Websites schlecht performen:
- WordPress mit 20 Plugins. Jedes Plugin lädt eigene Scripts, eigene Stylesheets, eigene Datenbank-Anfragen. Das summiert sich. Ein frisches WordPress mit 15-20 Plugins ist langsamer als eine 10 Jahre alte handgebaute HTML-Seite.
- Riesige, unkomprimierte Bilder. Der Webdesigner hat schöne Fotos eingebaut, aber nicht komprimiert. Ein Heldenbild mit 3 MB lädt auf dem Handy 5-8 Sekunden. Mit WebP-Komprimierung wären es 80 KB und 0,3 Sekunden.
- Template-Design ohne Optimierung. Gekauftes Template installiert, Farben geändert, Logo rein, fertig. Das Template ist für alles gebaut und für nichts optimiert. Es lädt Code mit, den deine Seite nie braucht.
- Kein Mobile-First-Ansatz. Die Seite wurde am Desktop-Bildschirm designed. Am Handy wird sie dann „irgendwie responsive gemacht“. Das ist der Unterschied zwischen einem Maßanzug und einer Einheitsgröße.
Das Baujahr deiner Website sagt nichts über ihre Qualität. Der PageSpeed-Score schon. Und den kannst du in 10 Sekunden selbst messen.
Was ein Relaunch bringt vs. was er kostet
Die ehrliche Frage: Lohnt sich ein Relaunch? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was du verlierst.
Rechnen wir es durch. Konservativ.
Das ist der unsichtbare Verlust. Kein Kunde beschwert sich bei dir, dass deine Website langsam war. Er geht einfach zum Nächsten. Ohne ein Wort.
Ein professioneller Relaunch kostet je nach Umfang zwischen 400 und 2.000 €. Das klingt nach viel, bis du es gegen die verlorenen Kunden rechnest. Wenn nur ein zusätzlicher Neukunde pro Monat über die neue Website kommt, hast du die Investition in wenigen Monaten drin.
Die detaillierte Aufschlüsselung: Was kostet eine professionelle Website?
Was bei einem Relaunch passiert (und was nicht)
Ein guter Relaunch ist kein Design-Spielchen. Es geht nicht darum, ob der Button blau oder grün ist. Es geht um drei Dinge:
- Geschwindigkeit. Die Seite muss auf dem Handy in unter 2 Sekunden laden. Das ist technisch, nicht kreativ. Komprimierte Bilder, schlanker Code, modernes Hosting. PageSpeed 90+.
- Auffindbarkeit. Meta-Tags, strukturierte Daten, lokale SEO, Google Business Verknüpfung. Damit Google weiß, wer du bist, was du machst und wo du bist.
- Konversion. Ein klarer Aufbau, der den Besucher zur Handlung führt. Nicht 15 Menüpunkte und drei Slider, sondern: Was machst du, für wen, und wie kontaktiere ich dich.
Was sich nicht ändert: Deine Texte bleiben (wenn sie gut sind). Deine Fotos bleiben (wenn sie echt sind). Deine Domain bleibt. Es ist kein Neuanfang. Es ist ein Upgrade des Motors, während die Karosserie die gleiche bleibt.
Mehr dazu: Wann lohnt sich ein Website-Relaunch?
Die bequeme Lüge: „Meine Kunden kommen über Empfehlung“
Stimmt wahrscheinlich. Und trotzdem googelt jeder zweite Empfehlungs-Kunde dich, bevor er anruft. Er will sehen, wie dein Laden aussieht. Ob du professionell wirkst. Ob du eine Telefonnummer hast, die er antippen kann.
Wenn er dann eine Seite sieht, die 8 Sekunden lädt, Stock-Fotos zeigt und auf dem Handy nicht funktioniert, entsteht ein Widerspruch: Die Empfehlung war gut, aber der Online-Auftritt sagt etwas anderes. Und dieser Widerspruch kostet dich Vertrauen. Manchmal den Kunden.
Empfehlung und Website sind kein Entweder-oder. Die Website ist die Landebahn für die Empfehlung. Wenn die Landebahn Schlaglöcher hat, landet niemand.
3 Dinge, die du heute noch tun kannst
- PageSpeed-Test machen. pagespeed.web.dev - 10 Sekunden, kostenlos. Du weißt sofort, wo du stehst.
- Dich selbst googeln. Inkognito-Fenster, deine Branche + dein Standort. Bist du sichtbar?
- Deine Website am Handy öffnen. Nicht am Laptop. Am Handy. Kannst du in 5 Sekunden die Telefonnummer finden und antippen?
Wenn du bei allen drei Punkten bestehst: Deine Website reicht. Wenn nicht, hast du jetzt die Zahlen, um eine Entscheidung zu treffen.
Reicht deine Website noch? Wir sagen es dir ehrlich.
Schick uns deine URL. Wir prüfen PageSpeed, Mobile, SEO und Auffindbarkeit. Manchmal sagen wir: Gut genug, investier das Geld woanders. Und manchmal: Hier verlierst du Kunden, ab €799 löst du das. Beides ist wertvoll.
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